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Traumhäuser rumänischer Migranten

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Der Traum vom eigenen Haus ist weit verbreitet. Etwas Bleibendes für sich und die Kinder aufzubauen, ist in vielen Ländern das Ziel junger Paare und Familien.

Ein Haus kann aber weit mehr als ein Zuhause sein. Die so genannten stolzen Häuser in Rumänien sind vor allem ein weithin sichtbares Zeichen für den Fleiß, den Erfolg und den sozialen Aufstieg ihrer Eigentümer, die mangels Arbeit ihr Dorf verließen, um in einem anderen Land den Unterhalt ihrer Familien zu sichern. Das stolze Haus steht zugleich für den modernen westlichen Lebensstil und eine neue Ästhetik. Die städtischen Statussymbole in ländlichem Umfeld verhelfen zu gesellschaftlicher Anerkennung, auch den Städtern gegenüber.

Exemplarisch zeigt die Ausstellung Traumhäuser aus drei Regionen Nordrumäniens und beleuchtet zugleich die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergründe. Häuser in ähnlichem Stil finden sich in Griechenland, Kroatien, Serbien, Ungarn, Polen, der Türkei und anderen Ländern. In komprimierter Form zitieren diese Häuser westliche Baustile, pointieren und adaptieren sie zugleich. Die Formen- und Farbenvielfalt gibt den Blick der Bauherren auf die jeweiligen Moden der westlichen Welt frei. Zugleich spiegeln diese Prachtbauten aber auch die grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen der Länder wider, in denen die Migranten arbeiten.


Foto: Ilva Mică, Transylvania, 2010 © Petruț Călinescu